Betrugsbrief im Namen der DKB
Ein Nutzer der Plattform Reddit (r/Finanzen) hat einen Brief veröffentlicht, der angeblich von der DKB (Deutsche Kreditbank) stammt. Das Schreiben kam per Post und enthielt Briefmarke, Adresse, Logo und Unterschrift. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen Betrugsversuch.

Der gefälschte DKB-Brief, wie er auf Reddit geteilt wurde. Quelle: Reddit r/Finanzen
Die Überschrift des Briefs lautet: 'Das neue Zahlungssystem der DKB – Wichtige Informationen für Sie'. Darin heißt es, für Giro- oder Sparkonten sei eine neue Funktion für Echtzeit-Überweisungen aktiviert worden. Zur angeblichen Verifizierung sollen Empfänger einen QR-Code scannen.
Wie Betroffene auf Reddit berichteten, wirkt das Schreiben auf den ersten Blick seriös. Unstimmigkeiten fallen erst bei genauer Betrachtung auf.
Ablauf der Masche
- Empfänger erhalten einen professionell gestalteten Brief im Namen ihrer Bank – mit offiziellem Logo und Unterschrift
- Das Schreiben fordert dazu auf, einen QR-Code zu scannen – angeblich zur Verifizierung einer neuen Kontofunktion
- Der QR-Code führt zu einer nachgebauten Kopie der DKB-Login-Seite
- Auf der gefälschten Seite fangen die Täter Zugangsdaten, TANs und persönliche Informationen ab
- Mit den erbeuteten Daten können Betrüger Konten leerräumen oder Identitätsdiebstahl begehen
Merkmale der Fälschung
Zeitliche Unstimmigkeit
Im Brief heißt es, die neue Funktion sei im Oktober 2025 aktiviert worden – das Schreiben kam jedoch erst Monate später an.
Fehlender Rechtsblock
Der übliche Block mit Impressum, Vorstand, Aufsichtsrat und gesetzlich vorgeschriebenen Angaben fehlt.
Aufforderung zum QR-Scan
Der Brief zielt auf eine einzige Handlung ab: das Scannen des QR-Codes.
Verdächtige URLs
Der QR-Code führt zu Domains mit auffälligen Endungen (z.B. .ru) oder zu gekürzten URLs, die das eigentliche Ziel verschleiern.
Betrugsbriefe auch im Namen anderer Banken
Nach Angaben der Polizei und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die Masche im Namen mehrerer Banken eingesetzt:
- • DKB (Deutsche Kreditbank)
- • Deutsche Bank
- • Commerzbank
- • Targo-Bank
- • ING
Die Täter versenden die Briefe nach Einschätzung der Ermittler massenhaft. Sie setzen darauf, dass Empfänger tatsächlich Kunden der jeweiligen Bank sind.
Verhaltenshinweise von Polizei und Bank
- • Die Polizei rät, QR-Codes aus unerwarteten Briefen nicht zu scannen
- • Verifizieren Sie den Brief über die offizielle Telefonnummer Ihrer Bank, etwa auf Ihrer Karte
- • Leiten Sie verdächtige Briefe an phishingverdacht@dkb.de weiter (bei DKB-Briefen)
- • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und bringen Sie den Originalbrief mit
- • Haben Sie bereits Daten eingegeben, kontaktieren Sie Ihre Bank und lassen Sie Ihr Konto sperren (Sperr-Notruf: 116 116)
Technische Analyse: Prüfung der Phishing-URL
Die im Brief verwendete Phishing-URL wurde über die QRTrust-Prüfschnittstelle analysiert. Das Ergebnis:
Die Datenbanken Google Safe Browsing und PhishTank stuften die URL nicht als Phishing ein – möglicherweise war die Seite zu neu oder bereits offline. Die KI-gestützten Prüfverfahren bewerteten die Adresse dagegen als gefährlich:
QRTrust LLM: Phishing erkannt – 100% Confidence
ML Detection (Gradient Boosting): Phishing-Muster erkannt – 99,99% Confidence
Google Safe Browsing: Nicht erkannt
PhishTank + OpenPhish: Nicht erkannt
Die ML-Analyse nennt mehrere Auffälligkeiten: Die Domain 'dkb.app-verwaltung.app' imitiert den DKB-Namen als Subdomain, hat eine Domain-Reputation von 40/100, ist nicht in den Top 1 Million vertrauenswürdigen Domains gelistet und besitzt keinen SSL-Zertifikatsverlauf.
Der Fall zeigt: Auch URLs, die in klassischen Datenbanken noch nicht erfasst sind, lassen sich über KI-gestützte Mustererkennung als Phishing einstufen.
Produkthinweis: QR-Code-Prüfung mit QRTrust
QRTrust prüft die Ziel-URL eines QR-Codes, bevor sie im Browser geöffnet wird. Der Scanner gleicht die Adresse in Echtzeit mit bekannten Phishing-Seiten ab und zeigt eine Warnung an, wenn ein Treffer vorliegt.
QRTrust prüft gegen über 1 Million bekannte Phishing-URLs und nutzt KI-gestützte Mustererkennung, um auch neue Bedrohungen zu identifizieren.
QR-Code mit QRTrust prüfen →