Gefälschte Bankbriefe mit QR-Codes im Umlauf
Derzeit sind gefälschte Briefe im Umlauf, die angeblich von der Deutschen Bank stammen. Nach Angaben der Bank tragen die Schreiben Betreffzeilen wie 'Aktualisierung der Banking-App erforderlich' oder 'TAN-Verfahren-Update notwendig' und enthalten einen QR-Code.
In den Schreiben heißt es, der QR-Code diene der Aktualisierung des TAN-Geräts oder des BestSign-Verfahrens. Tatsächlich handelt es sich nach Angaben der Polizei um sogenanntes Quishing, eine Kombination aus QR-Code und Phishing.
Vorgehen der Täter
Nach Angaben der Polizei gehen die Täter in mehreren Schritten vor:
- Versand gefälschter Briefe im Corporate Design der Deutschen Bank mit nachgeahmten Logos und Layouts
- Die Schreiben behaupten, wegen EU-Vorschriften (AML/KYC) sei eine Identitätsprüfung oder TAN-Aktualisierung notwendig
- Ein QR-Code wird als schneller Weg dargestellt, den angeblichen Vorgang abzuschließen
- Wer den Code scannt, gelangt auf eine nachgebaute Banking-Seite
- Dort werden Zugangsdaten, TANs, Kreditkartendaten oder persönliche Informationen abgefragt und abgegriffen
Merkmale der gefälschten Schreiben
Unerwartete Briefe
Die Schreiben kommen unaufgefordert und beziehen sich auf eine Aktualisierung, die nicht beantragt wurde
QR-Codes in Bankbriefen
Banken versenden nach eigenen Angaben keine QR-Codes für Sicherheitsupdates per Brief
Zeitdruck und Drohungen
Die Schreiben erzeugen Zeitdruck oder drohen mit einer Kontosperrung
Rechtschreibfehler
Ungewöhnliche Formulierungen oder Grammatikfehler können auf eine Fälschung hinweisen
Fehlende persönliche Anrede
Häufig fehlt die korrekte Anrede mit dem vollständigen Namen des Empfängers
Stellungnahme der Deutschen Bank
Die Deutsche Bank rät Empfängern, solche Schreiben nicht zu beantworten und zu entsorgen. Wer den QR-Code bereits gescannt oder Daten eingegeben habe, solle sich umgehend an die Bank wenden, teilte das Institut mit.
Nach Angaben des Instituts fordert die Deutsche Bank ihre Kundinnen und Kunden niemals per E-Mail, SMS, Telefon oder Brief zur Eingabe sensibler Daten wie PIN, TAN oder Passwörtern auf.
Die Deutsche Bank teilte mit, sie werde Kundinnen und Kunden niemals auffordern, über einen QR-Code in einem Brief Zugangsdaten einzugeben oder das TAN-Verfahren zu aktualisieren.
Empfehlungen zum Schutz
- Keine QR-Codes aus unaufgeforderten Briefen scannen: Banken, Behörden und Versicherungen nutzen für Sicherheitsupdates nach eigenen Angaben andere Wege
- Ziel-Adressen vor dem Öffnen prüfen: Prüfdienste gleichen die hinter einem QR-Code liegende Adresse mit Datenbanken bekannter Phishing-Seiten ab
- Die Bank direkt kontaktieren: Im Zweifel gilt die Telefonnummer auf der Bankkarte, nicht die im Brief angegebene Nummer
- Keine TANs auf externen Seiten eingeben: Banken fordern nach eigenen Angaben nicht zur Eingabe einer TAN auf Webseiten auf, die über einen Link oder QR-Code erreicht wurden
- Verdächtige Briefe melden: Die Deutsche Bank nimmt Hinweise unter phishing@deutsche-bank.de entgegen. Zudem kann Anzeige bei der Polizei erstattet werden
Hinweise für Betroffene
Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte nach Angaben der Polizei folgende Schritte einleiten:
- 1.Das Online-Banking über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen
- 2.Die Bank über die offizielle Servicenummer kontaktieren
- 3.Alle Passwörter und PINs ändern
- 4.Anzeige bei der Polizei erstatten
- 5.Den Vorfall mit Screenshots dokumentieren und den Brief aufbewahren
Je früher Betroffene reagieren, desto eher lässt sich nach Einschätzung der Polizei ein finanzieller Schaden begrenzen.
Einordnung: Briefpost als Verbreitungsweg
Der Fall zeigt, dass Kriminelle beim Phishing zunehmend auf klassische Briefpost ausweichen. Die Polizei verweist auf ähnliche Fälle, in denen Briefe im Namen verschiedener Banken verschickt wurden.
Die Ermittlungsbehörden raten, unaufgefordert zugesandte QR-Codes nicht zu scannen und verdächtige Schreiben der Bank oder der Polizei zu melden.
QR-Codes vor dem Öffnen prüfen
QRTrust prüft die Ziel-URL eines QR-Codes gegen Datenbanken bekannter Phishing-Seiten, bevor die Webseite geöffnet wird.
QRTrust kostenlos nutzenQuellen und weiterführende Informationen
Dieser Artikel beruht auf folgenden Warnmeldungen und Berichten:
