Ghost Pairing: Missbrauch der Geräteverknüpfung
Bei der Methode Ghost Pairing missbrauchen Kriminelle die offizielle WhatsApp-Funktion zur Geräteverknüpfung, wie das BSI mitteilte. Nach Angaben der Behörde versenden die Angreifer täuschend echt wirkende Phishing-Nachrichten, häufig über gehackte Konten von Bekannten oder im Namen von Social-Media-Plattformen.
Die Opfer würden auf gefälschte Webseiten gelockt, auf denen sie ihre Telefonnummer eingeben sollen. Diese Nummer werde an WhatsApp übermittelt, um die Funktion zur Geräteverknüpfung zu aktivieren.
Ablauf des Angriffs
- WhatsApp generiert einen achtstelligen Kopplungscode
- Die Täter fragen diesen Code beim Opfer ab
- Alternativ setzen sie QR-Codes ein, die der Anmeldung bei WhatsApp Web ähneln
- Nach der Kopplung haben die Angreifer Zugriff auf Nachrichten, Medien und Kontakte
Nach Angaben des BSI bleibt der Zugriff oft lange unbemerkt, da keine Benachrichtigung erfolgt.
Empfehlungen des BSI zum Schutz
- • Eingehende Nachrichten kritisch prüfen, auch von bekannten Kontakten
- • Keine QR-Codes aus unbekannten Quellen zur Gerätekopplung verwenden
- • Zwei-Faktor-Authentisierung in WhatsApp aktivieren
- • Verbundene Geräte regelmäßig unter Einstellungen > Verknüpfte Geräte prüfen
- • Gegebenenfalls Wechsel zu anderen Messenger-Diensten erwägen (Signal, Threema)
Maßnahmen bei Verdacht
Bei Verdacht auf eine Übernahme des WhatsApp-Kontos empfiehlt das BSI folgende Schritte:
- • Alle verknüpften Geräte umgehend unter Einstellungen entfernen
- • Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren oder PIN ändern
- • Kontakte darüber informieren, dass möglicherweise Nachrichten in Ihrem Namen versendet wurden
- • Anzeige bei der Polizei erstatten
